Tiergeschichten

Viele unserer Tiere mussten einen langen Weg gehen, bis sie einen liebevollen Platz gefunden haben....

Gini

Gini wurde einem Bettler abgenommen – ein kleines, zerbrechliches Wesen, kaum mehr als Haut und Knochen. Ihr Körper war ausgezehrt, doch noch schlimmer waren die Spuren, die man nicht sofort sehen konnte. Beim Bürsten machte sie sich vor Angst nass. Alles deutete darauf hin, dass sie geschlagen worden war.

Mit unendlich viel Geduld, Zuwendung und Liebe lernte Gini langsam, dass nicht jede Hand Schmerz bedeutet. Sie machte Fortschritte, fand etwas Vertrauen – und doch werden die Erinnerungen an das Erlebte sie ihr Leben lang begleiten. Solche Erfahrungen verschwinden nicht. Sie bleiben leise im Hintergrund und kommen in Momenten der Unsicherheit wieder zurück. Es ist kaum vorstellbar, welchen seelischen und körperlichen Schaden Menschen einem völlig wehrlosen Tier zufügen können.

Gini stammt aus einer skrupellosen Vermehrerzucht. Slowakische Züchter ließen Hunde immer wieder Nachwuchs bekommen, einzig mit dem Ziel, Profit zu machen. Bereits mit nur vier Wochen wurde Gini von ihrem sogenannten Züchter, einem Bettler, mit auf Märkte und Straßen genommen. Bei Hitze, Kälte, Regen – stundenlang. Ohne ausreichendes Futter, ohne frisches Wasser, ohne Schutz. Sie war noch ein Baby und musste schon funktionieren.

Nach langen, zermürbenden Kämpfen konnte Gini im Alter von etwa dreieinhalb Monaten endlich in Sicherheit gebracht werden. Doch der Preis für dieses frühe Leid war hoch. Durch die verantwortungslose Zucht entwickelte sie eine degenerative Erkrankung. Heute ist Gini auf einen Rollstuhl angewiesen. Jeder Schritt fällt ihr schwer, jede Bewegung kostet Kraft.

Und trotzdem: Gini lebt. Sie kämpft. Sie vertraut – trotz allem. Ihre Geschichte steht stellvertretend für unzählige Tiere, die keine Stimme haben und auf unsere Hilfe angewiesen sind.

Cäsar

Cäsar wurde ebenfalls aus den Händen dieses Bettlers befreit. Er war stark unterernährt und zeigte ausgeprägte Angstverhalten. Fast ein Jahr lang befand er sich in dieser Situation, da der Täter zwischenzeitlich untergetaucht war. Auch nach seiner Rettung dauerte es fast ein weiteres Jahr, bis Cäsar menschliche Berührungen tolerierte.

Nach österreichischen Recht ist es verboten, Tiere zum Betteln zu verwenden . Ebenso ist die illegale Zucht von Hunden untersagt, wenn das Wohl der Tiere beeinträchtigt wird.

Sollten Sie einen Bettler mit einem Hund beobachten, informieren Sie unverzüglich die Polizei oder das zuständige Veterinäramt bzw. den Tierschutz. Nur durch konsequentes Einschreiten kann diese Form der Tierquälerei unterbunden werden.



Ficko

Ficko ist ein Hund, der zwei Jahre lang allein gelitten hat. Geboren in einer Tötungsstation in Ungarn, wurde er als junger Hund von einem Ehepaar adoptiert. Doch anstatt Liebe und Schutz zu erfahren, musste er zwei Jahre lang bei Wind und Wetter allein im Hof ausharren.

Nach dem Tod der Besitzer verschlossen die Kinder das Haus – und Ficko blieb zurück. Zwei weitere Jahre wartete er hoffnungsvoll, Tag für Tag, dass jemand kommen würde. Zum Glück war der Zaun marode, und schließlich konnte er sich selbst befreien, auf der Suche nach Futter und Überleben.

Ficko wurde aufgenommen und zunächst in ein Tierheim gebracht, um sich an andere Hunde zu gewöhnen. Die Zusammenführung verlief gut – und endlich durfte Ficko ein Zuhause finden, in dem er geliebt wird.

Das Schicksal von Ficko erinnert uns daran: Tiere dürfen nicht ausgesetzt oder vernachlässigt werden. Wer Zeuge solcher Misshandlungen wird, sollte Polizei, Veterinäramt oder Tierschutz informieren. Nur so kann Tierleid verhindert werden.

Axy

Axy ist 15–16 Jahre alt und lebt derzeit auf einer Dauerpflegestelle, da sein Frauchen sich nicht mehr ausreichend um ihn kümmern konnte. Der kleine Kerl braucht Herzmedikamente, seine Zähne mussten saniert werden, und er hatte zusätzlich ein massives Hautproblem, das bereits behandelt wird und langsam abheilt.

Axy benötigt spezielles Futter und kann leider fast nichts mehr sehen. Zu allem Überfluss hat er jetzt auch noch eine schwere Ohrenentzündung, die medizinisch behandelt wird – bei alten Hunden ist eben immer etwas los. Trotz allem ist Axy ein süßer, dankbarer Hund, der jede Form von Liebe genießt.

Momentan ist Axy etwas inkontinent und nutzt zwar Auflagen zum Liegen, bevorzugt aber den Fußboden. Er lebt bei einer tierliebenden Dame mit Haus und Garten, und die beiden verstehen sich wunderbar. Unser Ziel ist es, Axy noch einen möglichst schönen und liebevollen Lebensabend zu schenken.

Medo

Medo litt unter starken Schmerzen und Bewegungseinschränkungen, bis eine Bandscheiben-Operation ihm endlich Linderung verschaffte. Nach der erfolgreichen OP brauchte er mehrere Wochen Regeneration, um wieder Schritt für Schritt Lebensfreude zurückzugewinnen.

Seine Muskulatur muss weiterhin gestärkt und die Nervenleitungen angeregt werden, deshalb erhält er regelmäßig Therapien. 
Mit viel Liebe, Geduld und Fürsorge macht Medo jeden Tag Fortschritte – und zeigt, dass selbst nach schweren Rückschlägen Hoffnung und Lebensqualität möglich sind.

Zuhause gefunden

 Hier sind alle glücklichen Vierbeiner zu finden, 
die bereits ein liebevolles Zuhause gefunden haben.